#autor_innensonntag, Allgemein

#autor_innensonntag – Protagonist*innen

Zum heutigen #Autor_innensonntag fragt @justine_thereadingmermaid, wie wir uns in unsere Protagonist*innen hineinversetzen.

Das tue ich nicht wirklich, ich lerne sie während des Schreibprozesses nur besser kennen 😂 Ich habe ja oft das Gefühl, dass ich bei meinen Geschichten nur beobachtend und protokollierend dabei stehe. Schwieriger wird’s, wenn man aus der Ich-Perspektive schreibt, aber da habe ich mich bei meinen Romanen bisher vor gedrückt.
Ansonsten ist ein beliebtes Instrument das Interview. Zumindest mit Rosa von Arnhem, Hauptcharakter meiner „Herren des Schakals“-Serie habe ich das in Kurzform schon getan.

Frontale Ansicht eines Porträts. Eine Person mit kurzem braunen Haar und braunen Augen stützt ihr Kinn leicht auf ihre Hand. Der Gesichtsausdruck ist skeptisch. Der Hintergrund ist rot. Hinter dem Kopf der Person befindet sich ein goldener Kreis.
(c) Leslie Rubow, leslierubow.com

Meine Lebensgeschichte. Kurzgefasst. Wozu? Du kennst mich doch gut genug. Für die anderen, ach so. Nun. Kurz, ja?

Geboren wurde ich als Rosa von Arnhem im Jahr 1857 in München. Sogar in diesem Haus, in dem wir gerade sitzen.

Meine Mutter war Dahlia, eine geborene Lebeaux, mein Vater Heinrich von Arnhem. Er ist Ägyptologe, wir haben unsere Zeit immer zwischen München und Ägypten aufgeteilt. Meine Mutter starb, als ich drei Jahre alt war. Seit dieser Zeit kam ich nur zu seltenen Besuchen zu meiner Großmutter Flora nach München. Mein Vater hatte seinen Hausstand hier aufgelöst. Ich ging mal in Kairo, mal in München zur Schule, je nachdem, wo wir waren. Oft hat mich mein Vater unterrichtet. Ich habe auch auf seinen Grabungen ausgeholfen. Im Rückblick betrachtet war es eine schöne Kindheit. Ich hatte alle Freiheiten, doch habe ich nie die typische Erziehung bekommen, wie es sich für eine echte Dame gehört. Ich soll mich kürzer fassen? Noch mehr? Tut mir leid, ich hätte vielleicht doch nur Jahreszahlen herunterrattern sollen. Mit 17 bin ich meinem Vater davongelaufen. Wir hatten uns zerstritten, Du weißt warum. Ich befürchte inzwischen wirklich, dass wir uns zu ähnlich sind. Über Umwege landete ich bei der Fremdenlegion. Wie? Ein anderes Mal. Du hast Kürze gefordert. Dort blieb ich rund 12 Jahre, diente mich bis zum Lieutenant hoch, bis zu jenem Tag. Danach war ich nicht mehr dienstfähig. Zerschossene Hüfte, durchschossene Schulter. Schreibtischdienst hieß es zunächst. Zur gleichen Zeit starb meine Großmutter, vermachte mir das Haus. Ich quittierte den Dienst, schiffte mich in Algier ein und ging zurück in meine Geburtsstadt. Soll ich noch weitermachen? Oder verderben wir damit den anderen das Vergnügen, uns zu begleiten?

Machen wir Schluss. Für dich war es nichts Neues, aber Du weißt, dass da noch so viel mehr ist, was auch Du noch nicht herausgefunden hast.

Habe ich dir eigentlich schon die Geschichte von der Ziege auf der Pyramide erzählt?

Wenn ihr Rosa von Arnhem kennenlernen wollt, so könnt ihr das in meiner Trilogie „Die Herren des Schakals“ tun, die Bücher sind beim Hybrid-Verlag erhältlich oder überall, wo es Bücher gibt!